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Kaum waren die Vampire vertrieben und der letzte Geruch von
Knoblauch in der Aula der Marie Curie Schule nicht mehr zu riechen,
schon machten die Schülerinnen und Schüler die Bekanntschaft mit
Gaunern wie Fagin, Bill Sikes und Artful Dodger, dem
Leichenbestatter Sowerberry, leichten Damen wie Nancy und Bet, dem
Gemeindevorsteher Mr. Bumble und seiner Frau – und natürlich Oliver,
dem kleinen Waisenjungen, der wegläuft, um sein Glück im London des
19. Jahrhunderts zu machen. Zwar hatten die wenigsten zu Beginn des
Schuljahres wohl Charles Dickens Roman „Oliver Twist“ von vorn bis
hinten jemals gelesen, aber da ja das Fernsehen bekanntlich auch
bildet, waren viele bereits mit dem Stoff vertraut.
Eben noch Vampir oder Vampirjäger, wollten viele Schülerinnen und
Schüler nun erneut ihr Können auf und hinter der Bühne unter Beweis
stellen. Neues Casting – neues Glück. Nach anfänglichen
Verzögerungen und einem längeren Findungsprozess war es dann nach
den Herbstferien soweit, dass wir kontinuierlich und effektiv proben
konnten. Nachdem Frau Brochtrop die Schule gewechselt hat, haben wir
mit der neuen Kollegin Frau Meibeck eine kompetente und ausdauernde
Leiterin des Instrumentalensembles bekommen.
Dank der großen Bemühungen, insbesondere sei hier die Regieassistenz
hervorgehoben (Mustafa Nadjibi, Julia Garbe, Amelie Gohla und Julius
Busch), wurden die vielen Szenen an langen Nachmittagen in und
außerhalb der Aula immer und immer wieder geprobt. Mit einer
teilweise schon eingespielten Crew gab es auch wieder viel Spaß,
aber auch die ein oder andere Träne.
An einigen Stellen erschien das
Projekt als eine Nummer zu groß –
die Musik hatte Probleme, weil bis weit ins zweite Halbjahr hinein
noch nicht alle nötigen Musiker vorhanden waren, das Bühnenbild
entwickelte sich zu Beginn auch recht zögerlich. Trotzdem blieben
wir am Ball, immer mit der Zuversicht: Am Ende wird es ein geniales
Stück!
Der große Durchbruch kam mit der Theaterfahrt im Mai nach
Wolfenbüttel. Die Landesmusikakademie bot eine hervorragende
Umgebung, um in professionellen Proberäumen mit Bühnentechnik,
Gesangsräumen und leckerem Essen die ganzen Puzzleteile
zusammenzusetzen und ein Stück zu zaubern, mit dem am Ende endlich
das so herbeigesehnte Licht am Ende des Tunnels aufschimmerte.
Mit neuer Energie und viel Mut ging es nun mit großen Schritten
weiter... nicht auf die Premiere in der Schule zu – zunächst gab es
da noch einen anderen Termin. Im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend
spielt für Jugend“ ging es zunächst darum auf der Profibühne im
Ballhof, Hannover zu bestehen. Stress und Druck fördert ja
bekanntlich Leistung hin und wieder auch – das zeigte sich am 4.
Juni, als wir das erste Mal „Oliver!“ auf den Brettern, die die Welt
bedeuten zeigen durften – unsere „Feuerprobe“. Der große Applaus und
die nachfolgenden Gespräche mit dem Publikum zeigten, dass wir gute
Arbeit geleistet hatten.
Endlich war es am 11. Juni 2010 dann soweit, dass wir in der eigenen
Kulisse der Aula in Empelde spielen konnten. Innerhalb der nächsten
zwei Wochen sahen rund 1500 Zuschauer das Stück an sechs Abenden mit
zwei unterschiedlichen Besetzungen. Dank der vielen helfenden Hände
konnten wir auch 2009/2010 ein erfolgreiches Projekt zu einem
glanzvollen Ende bringen.
Jens Siebert
... und was bringt das Jahr 2010/2011? ...
Vielleicht nur soviel zunächst:
Die Neuberlinerin Melody wartet im Restaurant auf ihre Mutter. Da
tauchen zwei Jungs in ihrem Alter auf und man kommt ins Gespräch.
Als die beiden urplötzlich verschwinden, ist auch noch etwas anderes
weg: Melodys Ring – ein Zauberring. |