Regeln sind nötig
Schulordnung
Früher bestanden Schulordnungen aus Verboten. Das muss nicht sein.
Verhaltensgrundsätze, die jede Schule braucht, sind positive Formulierungen.
Die Schulordnung der KGS Ronnenberg
beschreibt einen Verhaltensrahmen, dem Schüler und Lehrer verpflichtet sind.
Wer neu an die KGS kommt, muss diese Schulordnung durch seine Unterschrift
bestätigen. Sie hat folgenden Wortlaut:
Unsere Schule ist eine soziale Gemeinschaft. Für alle, die an der KGS
Ronnenberg arbeiten und lernen, gelten die folgenden Grundsätze daher
gleichermaßen und sind damit verpflichtend. Unsere Grundsätze beruhen auf
Wertvorstellungen für den Umgang miteinander. Diese sind: Demokratisches
Verhalten, Achtung anderer, das heißt Wertschätzung ihrer Person, ihrer
Arbeit und ihres Eigentums, Toleranz gegenüber anderen Kulturen,
Nationalitäten und Religionen, Sorge für die Umwelt, Gleichberechtigung von
Frau und Mann, Schülerinnen und Schülern.
Grundsätze für Schüler/-innen und Lehrer/-innen:
Wir wollen (...) uns gegenseitig achten: Also einander nicht anpöbeln oder
mit Beschimpfungen herabsetzen, statt dessen mehr Rücksicht üben, zum
Beispiel andere ausreden lassen und nicht herumschreien, beim Anstehen in
einer Schlange nicht drängeln, anderen die Tür aufhalten und bei der ersten
Begegnung grüßen.
Wir wollen (...) ohne Gewalt auskommen: Also weder Gewalt ausüben noch
Gewalt androhen, auch nicht "im Spaß", andere weder einschüchtern noch ihnen
Angst machen. Wo Gewalt oder Gewaltandrohung im Spiel ist, müssen wir
eingreifen, beispielsweise die Lehrerinnen und Lehrer informieren - das ist
kein Petzen, sondern oft der erste Schritt zur Streitschlichtung. Auch bei
Diebstählen müssen die Lehrkräfte Bescheid wissen.
Wir wollen (...) Schwächeren helfen: Also im Unterricht nicht über andere
lachen. Statt dessen anderen in Ruhe erklären, was wir selbst verstanden
haben, versuchen, Außenseiter einzugliedern und neuen Schülern zu helfen.
Wir wollen (...) andere Lebensweisen und Meinungen zu verstehen suchen: Also
lernen, dass das, was anders ist, nicht falsch oder schlechter ist. Das gilt
nicht nur für andere Nationalitäten und Kulturen, sondern auch für
unterschiedliche Begabungen.
Wir wollen (...) Sorge für die Umwelt tragen: Das heißt, dass der Verbrauch
von Strom und Wasser auf das Nötigste beschränkt wird, dass wir auf
Plastikverpackungen und Getränkedosen verzichten und statt dessen Getränke
in Pfandflaschen kaufen und die Angebote der Cafeteria nutzen.
Wir wollen (...) in einer intakten und sauberen Schule arbeiten: Also nichts
beschmutzen oder bekritzeln, die Schulmöbel und Unterrichtsmaterialien
schonen, nicht nur den eigenen Abfall in den Mülleimer werfen, sondern auch
einmal fremden Müll aufheben oder Mitschülerinnen und Mitschüler darauf
ansprechen, etwas wieder aufzuheben. Die Toiletten hinterlassen wir so, wie
wir sie auch vorfinden möchten.
Wir wollen (...) gemeinsam entscheiden: Das bedeutet, praktische Demokratie
in den verschiedenen Gremien zu üben, wie zum Beispiel in der SV oder bei
Konferenzen. In fast allen anderen Fällen gilt: abstimmen, Probleme
diskutieren, alle - auch die Stillen - berücksichtigen. Wer am lautesten
redet, hat nicht immer die besten Argumente.
Von Sebastian Lilienthal
12. Jahrgang, KGS Ronnenberg |