Besuch in der Moschee in Empelde
Werte-und-Normen-Kurse Frau Winsemann und Frau Klokemann
Kurz vor den Sommerferien besuchten die Werte- und- Normen-Kurse von Frau Klokemann und Frau Winsemann als Abschluss der Einheit "Christentum, Judentum und Islam" die Moschee in Empelde. Der Vorsitzende des Kulturvereins, Herr Billor, seine Tochter und der Imam hatten sich bereits frühmorgens um acht Uhr Zeit für die Schüler genommen und begrüßten sie vor dem Versammlungshaus. Dort wurde die Gruppe zunächst in einen liebevoll gestalteten Freizeitraum mit Tischtennis- und Billardtischen geführt.
Von dort aus ging es in den Gebetsraum. Vorher wurden natürlich die Schuhe ausgezogen. Auf den weichen Teppichen setzten sich alle auf die Erde und sahen sich in dem rundherum mit gefliesten Bordüren versehenen Raum mit der von Inschriften geschmückten Kuppel um.
Von
einer kleinen Empore in der Ecke des Raums ließ der Imam den Gebetsruf in
arabischer Sprache erklingen. Dieser Gebetsruf, so erläuterte er, ruft die
Gläubigen dazu auf, Allah anzubeten und an Mohammed zu glauben.
Daraufhin rezitierte der Imam einen Abschnitt aus dem
Koran. Dies geschah vom "Lehrstuhl" aus (siehe Foto).
Der Imam (auf diesem Foto vor der nach Mekka gerichteten
Gebetsnische stehend) erläuterte wissenswerte Aspekte des Islam, wie
beispielsweise das Glaubensbekenntnis. Darin bekennt der Muslim seinen Glauben
an die Existenz Allahs, an die Propheten und an die heiligen Schriften. Mit
diesen Büchern ist durchaus nicht nur der Koran gemeint, sondern auch die
jüdische Tora und die christliche Bibel. Ebenso glauben die Muslime an alle
Propheten von Abraham bis Mohammed, also auch an Moses und Jesus.
Das Glaubensbekenntnis ist eine der Fünf Säulen des Islam, auf die der Imam dann verwies. Diese fünf Grundpfeiler des muslimischen Glaubens kannten die Schüler bereits aus dem Unterricht: das Glaubensbekenntnis, das tägliche Gebet, die Pilgerfahrt nach Mekka, das Fasten im Monat Ramadan und die Almosen an Bedürftige.
Im Folgenden erzählte der Imam, hier auf dem sog. erhöhten
Lehrstuhl stehend, einiges zum Leben des Propheten Mohammed. Dieser lebte zu
einer Zeit, als die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse schlecht waren,
und brachte den Menschen Frieden und die Gleichstellung aller Menschen. Es war
ihm besonders wichtig, dass zwischen den Menschen keine Unterschiede gemacht
werden sollten, egal ob sie z. B. arm oder reich waren. Das Wort "Islam" bedeute
im Übrigen "Frieden". Ihrem Glauben entsprechend sollten Muslime friedliche
Lösungen für ihre Probleme anstreben und keine Gewalt anwenden. In diesem
Zusammenhang zitierte der Imam auch die Worte großer türkischer Gelehrter, die
den Grundsätzen der christlichen Kirche sehr ähnlich sind, wie z. B. "Liebt den
Nächsten, so wie ihr euch selbst lieben würdet."
Die Moschee, so erläuterte Herr Billor, habe zwei Funktionen. Zum einen diene sie als Raum für die Gebete, insbesondere die Freitagsgebete, bei denen Männer und Frauen in separaten Räumen zur gleichen Zeit beten können. Dabei seien auch die Einrichtungsgegenstände in der Moschee Gebrauchsgegenstände, keine Heiligtümer. Zum anderen sei das Versammlungshaus ein wichtiger Ort des sozialen Miteinanders und der Begegnung. Dies wurde auch deutlich in der liebevollen Gestaltung des Freizeitbereichs. Die dort stehenden Spielgelegenheiten nahmen die Schüler am Ende des Besuches begeistert in Anspruch. Auch ist in diesem Bereich ein kleiner Raum nach anatolischem Vorbild eingerichtet, in dem man gemütlich beisammensein kann.
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Anschließend demonstrierte der Imam die Gebetshaltungen und sprach die Gebete vor. Dazu nahm er seinen Platz in der Gebetsnische ein. Die Schüler hatten Gelegenheit, die Haltungen selbst einzunehmen und nachzuempfinden. In einer langen Reihe stellten sie sich der Gebetsnische und damit Mekka zugewandt auf und folgten den Anweisungen des Imams.
Bevor noch ein gemeinsames Gruppenfoto aufgenommen wurde,
wies der Imam darauf hin, dass alle drei monotheistischen Religionen, der Islam,
das Christen- und das Judentum, dem selben Ursprung entstammen und sich in dem
Glauben an einen Gott einig sind. Daher sollten die Gläubigen aller drei
Religionen zusammenarbeiten und in Frieden und Respekt miteinander leben.
Bei der Verabschiedung wurde noch einmal betont, dass das Versammlungshaus für Gäste offen stünde und Interessierte willkommen seien.